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Nicht weniger als 64 Gleise breit ist der Rangierbahnhof Limmattal. Er macht schon seit längerem wegen seiner Lärmemissionen von sich reden. Vom Architekten Peter Vetsch stammt die Idee, das ganze Gelände inklusive der N1 mit einem künstlichen Berg zu überdecken. Neben dem Gewinn von wertvollem Bauland an bester Lage und der Lösung des Lärmproblems würde auch eine ästhetische Aufwertung des stadtnahen Limmatraums resultieren. Exklusiv für die «Schweizer Bauwirtschaft» hat der wegen seiner «Höhlenwohnungen» bekannte Dietiker seine Ideen zeichnerisch umgesetzt.

Was heute als Utopie betrachtet wird, ist morgen vielleicht schon alltäglich. Das beweist die Geschichte zur Genüge. Einst hielt man es für unmöglich, dass der menschliche Körper die Geschwindigkeit in einem fahrenden Zug aushalten könnte. Völlig unmöglich war es, sich in die Luft zu erheben, je den Mond zu erreichen, die Schallmauer zu durchbrechen, dem genetischen Code auf die Spur zu kommen, ein Atom zu spalten oder Licht zu bündeln. Verglichen mit unzähligen Erfindungen, Entdeckungen und Konstruktionen, wäre ein künstlicher Berg im Limmattal geradezu eine Routinesache. In Deutschland gibt es übrigens unzählige Hügel, die aus ehemaligen Schutthaufen bestehen, unter anderem die schöne künstliche Landschaft beim Münchner Olympiagelände.

Optische Umweltverschmutzung

Auch wenn die Lärmprobleme mit punktuellen Massnahmen gelöst werden könnten, gibt es trotzdem eine Reihe von Gründen, die Idee von einer Überdeckung nicht so schnell beiseitezuschieben. Denn dass die Limmattaler Gleiswüste nicht gerade einen erhebenden Anblick bietet, geben sogar eingefleischte Eisenbahnfans zu. Ein grüner, bepflanzter, modellierter Hügel wäre ganz bestimmt erfreulicher anzuschauen. In seinem Inneren könnte man sich eine vielfältige Nutzung vorstellen: Infrastrukturräume der SBB, Zivilschutzanlagen, Lagerräume, Park-and-Ride-Anlagen usw. Und natürlich Wohnungen. Peter Vetsch, Vater der «Limmatberg»-ldee, hat schon eine Reihe von erdüberdeckten Bauten erstellt. Er sieht in seinen Konstruktionen nur Vorteile: Geringer Baulandbedarf, begrünte Oberflächen, Individualität, gute Isolation, geringe Energiekosten.

Wohnen im Erdhaus

Die Fotografin Karin Vonow bewohnt im aargauischen Arni eines dieser Vetsch-Häuser. Nicht nur ihre Familie, sondern auch sämtliche Besucher seien davon begeistert, erklärte sie. Aus einiger Distanz sind die «Häuser» kaum zu sehen, da die umliegenden Wiesen direkt in die Dächer übergehen. Dank der grossen Oblichter und den südwärts angeordneten Fensterflächen brauchen die Vonow's sogar weniger elektrisches Licht als in ihrer vorherigen Dachwohnung. Die Baukosten seien allerdings eher etwas höher als für ein vergleichbares konventionelles Haus. Die gesamten Energiekosten für das 45-Zimmer-Haus mit ebenfalls geheiztem grossen Keller betragen hingegen pro Jahr nur rund 2000 Franken (Bodenheizung, Luft-Umwälzpumpe). Probleme ergäben sich allenfalls bei der Möblierung, da im Innern alles rund ist. Da brauche man halt etwas Phantasie und eventuell die Hilfe eines Schreiners, meint Frau Vonow.

Technisch machbar

Vom technischen Standpunkt betrach­tet, müsste ein solcher Hügel durchaus machbar sein. Die Abstände zwischen den Gleisgruppen dürften genügen, um Stahlstützen zu plazieren. Der gesamte Rangierbahnhof liegt über einer Grund­wasserzone. Schon bei seinem Bau wurde eine 1,50 m starke, schwerdurchlässige Schutzschicht eingebracht. Man könnte sich, als «Fundament» des Berges, eine Art Betonwabenstruktur vorstellen. Die Spritzbetontechnik für Erd­häuser ist bekannt (sie ist im «Cement-bulletin» Nr. 54 vom April 1986 ausführlich beschrieben).

Um den ganzen Bahnhof inklusive Ablaufberg und den parallel dazu verlaufenden Abschnitt der N1 zu überdecken, müsste der Berg im Tal an die 4 km lang, bis zu 30 m hoch und an der Basis rund 500 m breit sein

Gleisüberdeckungen sind «in»

Selbst in Ländern, wo der Boden nicht so knapp ist wie bei uns, leistet man sich den Luxus freiliegender Gleisflächen in städtischen Zonen immer seltener. In London entstehen gegenwärtig riesige Überbauungen über den städtischen Bahnhöfen. In New York wird der Luftraum über den Gleisen besonders intensiv genutzt. Aber auch in der Schweiz dürfte die Entwicklung in eine solche Richtung gehen. Wegweisend war wohl der in den sechziger Jahren erstellte Bahnhof Bern. Dann kamen St. Gallen und Winterthur. Der neue Bahnhof Luzern hat mit seinem Vorgänger kaum mehr eine Ähnlichkeit. Sowohl in Chur als in Liestal, in Schaffhausen, Zug, Baden, Zofingen und Frauenfeld, in Lugano und Locarno usw. sind mehr oder weniger grosse Gleisüberbauungen im Gespräch oder stehen vor der Realisierung.

Umweltfreundlich

Was ein solcher Berg kosten würde, ist selbstverständlich völlig unbekannt. Es käme wohl sehr darauf an, wie hoch der Luftraum über den SBB-Gleisen bewertet würde. Auch der «Ausbaustandard» dürfte eine erhebliche Rolle spielen. Im Grunde genommen müssten sich eigentlich auch die Umwelt-Organisationen für eine solche Idee stark machen, würden sich doch daraus lauter Vor- und keinerlei Machteile ergeben: Lärmproblem gelöst, stadtnah, kein Pendlerverkehr, Wohnen und Arbeiten am gleichen Ort, optimal am öffentlichen Verkehr erschlossen, energiegünstig, Landgewinn, ästhetisch ansprechend usw. usw.
Nicht in Franken ausrechnen lässt sich der «ideelle Wert». Die «optische Umweltverschmutzung», die der Anblick der Limmattaler Rangieranlagen zweifellos darstellt, wäre elegant beseitigt.
Wenn man allerdings den Leidensweg von «HB Südwest» verfolgt, kommen einem schon Zweifel an der Realisierbarkeit eines solchen Projektes. Im Unterschied zu der Gleisüberbauung beim Zürcher Hauptbahnhof hätte allerdings der Berg im Limmattal einen unschätzbaren Vorteil. Er wäre grün. Im Sommer könnte er als Naherholungsgebiet dienen. Oder gar als Fruchfolgefläche. Insbesondere die Gemeinde Spreitenbach liegt diesbe­züglich mit dem Kanton Aargau im Clinch: Der Gemeinderat will nämlich nicht, wie vom Kanton gefordert, 8,5 Hektaren eingezontes, aber noch nicht erschlossenes Industriegebiet zur Fruchtfolgefläche schlagen lassen. Ob sich wohl SBB und Anliegergemeinden mit dem Hügel befreunden könnten? Die Idee wäre es jedenfalls wert, weiter verfolgt und konkret ausgearbeitet zu werden.

Vision Spreitenbach

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Diese Wohnüberbauung war auf einem flachen Grundstück unweit der realisierten vier Häuser in Arni und unmittelbar an die Landwirtschaftszone grenzend geplant. Vorgesehen waren 27 Einfamilienhäuser, in einem ringförmig aufgeschütteten Hügel gelegen, mit unterschiedlicher Zimmeranzahl, mehreren Aussensitzplätzen bei jedem Haus und einer Tiefgarage im Untergeschoss.

Das Konzept ist demjenigen der neun Wohnhäuser in Dietikon ähnlich. Es war allerdings kein zentraler Innenhof mit einem Feuchtbiotop, sondern eine Vielzahl kleinerer Höfe, um die sich die Häuser gruppieren, vorgesehen.

Erweiterung Arni

Beschreibung
   

         
   


Turmkonstruktion für Gaudi-Kirche in Montserrat.

Gaudi

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Vorprojekt Villa Dr. Stern



   

         
   
         
   
Erdhaus Maurer, Kirchberg

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Vorprojekt Bürogebäude Glashaus Solis


   

Erdhaus Zwingli, Mexico



   
Erdhaus Rotondo
   

Erdhaus Spiess, Obwalden




 
   


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